Sonntag, 10. Oktober 2010

Kommunikationsbranche - Wer gehört eigentlich dazu?

Servus,

in diesem Post möchte ich klären, wer eigentlich zur Kommuniaktions-branche gehört. Als ich damals begann, mich für die Branche zu interessieren, wollte ich unbedingt Journalist werden. Mit der Zeit bekam ich dann aber einen tieferen Einblick in die verschiedenen Bereiche der Branche, sodass ich hier einmal eine Einteilung in einen "Relevanten Markt" für Interessierte vornehmen möchte.



Warum eine Einteilung vornehmen?

Warum? Ich fand es damals unheimlich schwer, mich auf einen Ausbildungsberuf festzulegen, genau zu definieren, was ich von einer Ausbildung erwarten, und was ich danach auch mit dieser im beruflichen Leben erreichen kann. Es gab einfach viel zu wenig Informationen, wie man zum Beispiel als PR-Berater in den Beruf kommt, wie man in der Marketingbranche am besten ein- und auch aufsteigt (Stichwort: Ausbildung oder Studium). Generell sind die Möglichkeiten des Einstiegs auch mehr als vielfältig - nämlich häufig recht unübersichtlich! Welche Anforderungen werden erwartet, wie sind die Möglichkeiten vom Quereinstieg. Mit diesem Post möchte ich denjenigen helfen, die vor dem gleichen Irrgarten standen (oder stehen) wie ich, und mal eine kurze Einteilung in mögliche Berufsfelder vornehmen.

Der Journalist:

(Hier sei noch vermerkt, das ich mich hier im Schwerpunkt auf den Printbereich beschränke, da ich hier als freier Mitarbeiter einer Lokalzeitung die meiste Erfahrung gesammelt habe.)
Der Journalist ist immer noch ein traumhafter und ehrenwerter Beruf... jedenfalls theoretisch. In seinem Selbstverständnis gilt der Journalismus als die "vierte Gewalt" im Staat und Bewahrer historischer Ereignisse für die Nachwelt. Durch Aufklärung und Information soll der Journalist seinen Lesern Wissen vermitteln und informieren, wenn Dinge, die nicht geschehen dürfen, trotzdem geschehen. Lange Zeit war dieses Selbstverständnis für mich der Grund, auch als Journalist tätig zu werden. Leider sieht das in der Praxis nicht mehr ganz so aus.

Lokale Redaktionen sind oft minimal besetzt.

Auf lokaler Ebene sind die Redaktionen mittlerweile so personell unterbesetzt, dass der "investigative" Journalismus, also das mit einer intensiven Recherche verbundene "schnüffeln" nach Informationen, kaum noch möglich ist. Auf lokaler Ebene wohlgemerkt. Redaktionen, die noch über einen großen Stamm an festangestellten Redakteuren verfügen, können sich diese Art von Journalismus Gott sei Dank noch leisten. Ein großer Teil der Journalisten, (Journalist ist übrigens kein geschützter Begriff, jeder der einmal etwas veröffentlicht hat, darf sich Journalist nennen) arbeitet mittlerweile als Freiberufler und wird zu Projektarbeit kurzfristig verpflichtet. Festanstellungen gibt es mittlerweile nur noch wenige.

Links und weitere Informationen.
Der Deutsche Journalisten Verband, http://www.djv.de/, bietet Informationen und weiterführende Links.


Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bietet ein breitgefächertes Bild an Einsatzmöglichkeiten. Grundsätzlich hat die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (nenne ich zur Verkürzung im weiteren Verlauf nur noch "PR") die Aufgabe, seinen Standpunkt, Anliegen oder seine Entscheidungen zu einem bestimmten Thema möglichst positiv den verschiedenen Interessengruppen, glaubhaft (!!!) zu vermitteln. Dabei kann es sich um Unternehmen, Öffentliche Einrichtungen oder auch Privatpersonen, die im öffentlichen Leben stehen, handeln.

Ein Beispiel: Pressekonferenz zur Katastrophe bei der Loveparade 2010

Was Heißt das? Dazu möchte Ich erstmal ein Beispiel geben: Schaut euch mal den Film an.




Die Medien haben die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt in der Luft zerrissen. Neben der eigentlichen Katastrophe waren die Folgeschäden durch die schlechte PR-Arbeit ebenfalls gravierend. An diesem Beispiel kann man erkennen, was man nicht machen sollte und wozu schlechte PR-Arbeit führen kann - nämlich zu einem noch schlechteren Ansehen in der Öffentlichkeit. Das kann viele Gründe haben. In diesem Fall laufende Ermittlungen, fehlende Informationen der Beteiligten (kurz nach der Katastrophe), Schadensregulierung und ähnliche Gründe. Jedoch waren die Beteiligten (anscheinend) schlicht mit der Situation überfordert und haben so gut reagiert wie irgendmöglich - leider war das nicht viel. Das Ansehen der Stadt und das Vertrauen der Bürger in die Stadtspitze wird wohl auf Jahre verloren sein.

Weitere Aufgaben in der PR.

Dies ist natürlich der Worst Case, aber erfasst im Grunde die Aufgaben einer verantwortlichen PR-Abteilung. Wir haben z.B. eine Person, ein Unternehmen oder eine öffentliche Verwaltung. Diese möchten wir mit einem geordneten, einheitlichem Auftreten in der Öffentlichkeit vertreten. Um dies zu erreichen kann man ein einheiliches Äußeres entwerfen und der Person/Firma/Verwaltung verpassen. Man muss Regelungen treffen, wer für die Person/Firma/Verwaltung in der Öffentlichkeit spricht und vor allem was man sagt. Und man muss ein Konzept haben, eine Strategie, wie man in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden will. So kann man in der öffentlichen Wahrnehmung positiv aufgenommen werden, und verschafft sich so auch ein "Positives-Image-Polster" für schlechtere Zeiten. Die hoffentlich nicht eintreten werden.

Kontakt mit der Presse.

In der Pressestelle ist man der Kontaktpunkt für die Medien. Ob Anfragen für Interviewtermine, Beschaffung von Hintergrundinformationen oder Bildanfragen - In der Pressestelle laufen viele Fäden zusammen. Der Journalist, der Erfahrungsgemäß von einem Termin zum anderen hetzt (auch eine Ursache der Minimalbesetzungen in den Redaktionen), ist in der Regel für geleistete Hilfe sehr dankbar. Auf diese Weise kann man ein Vertrauensverhältnis aufbauen, was durchaus dazu führt, dass man die Berichterstattung mit beeinflussen kann, sprich: Eine bessere positive Wahrnehmung in der Medienlandschaft und der Bevölkerung.

In Unternehmen:

Dies gilt auch für Unternehmen. Hier ist der Mineralölkonzern BP ein gutes (nicht im wörtlichen Sinne gesehenes) Beispiel, im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko. Durch ein riesiges Ölleck strömten über Monate Millionen Liter von Öl in den Atlantik. Die Umweltkatastrophe war unvorstellbar.

Krisen-PR

Das öffentliche Ansehen der Firma BP war augenblicklich dahin und verschlechterte sich noch im Laufe der Zeit. Sie gilt derzeit als der Inbegriff der kapitalistischen Gier und ethischen Verkommenheit. Gibt man den Begriff "BP" heute in das Internet ein, findet man auf mehreren folgenden Seiten Bilder und Texte wie diese:

Wie kann man reagieren?

Das ist sicherlich eine sehr anspruchsvolle Situation: Allerdings gehört Sie auch zum Bereich der Krisen-PR, also der Öffentlichkeitsarbeit nach Eintreten einer Krise (egal ob extern oder hausgemacht). BP investierte Milliarden und wird auch noch mehr Geld in die PR, und damit für eine bessere Reputation ihres Unternehmen, investieren müssen.



Einsatz von sozialen Netzwerken

Welche genauen Wege Sie eingeschlagen haben, die Methoden und deren Wirksamkeit möchte ich hier nicht näher behandeln, das würde den Rahmen sprengen. Ich möchte aber anhand eines Beispieles die Arbeit aufzeigen. BP ist (und war auch vorher) auf Facebook vertreten (http://www.facebook.com/BP#!/BPAmerica). Dieser Bereich, "Social Media" genannt, wird meiner Meinung nach (und der vieler führenden Blogger und Unternehmen auch) immer mehr weg vom kurzlebingem Trend, hin zu einem etabliertem Standard der Unternehmenskommunikation gehen. Hierbei handelt es sich um eine Form des Dialogs, indem Inhalte mit dem Publikum auf Augenhöhe kommuniziert werden.

(Ich möchte hier anmerken, das ich keine Werbung für BP machen will, sondern anhand eines Beispiels die Arbeit der Öffentlichkeitsarbeit in den Vordergrund stellen möchte!).

Links und weitere Informationen.
Wer sich näher für den PR-Bereich interessiert, der sollte auf jeden Fall vorsichtig im Internet suchen. Es gibt kaum eine geregelte Ausbildung für den reinen PR-Mann (oder Frau). Das etabliert sich gerade erst. Was ich auf jeden Fall empfehlen kann ist die http://www.pr-career-center.com/ Seite. Hier kann man sich genauere Daten und Informationen über den Ein- und Aufstieg in die PR-Branche holen. Eine weitere Seite ist die der Deutschen PR-Gesellschaft, http://www.dprg.de/. Hier wird viel über die weitere Enstehung des Beruffeldes "PR" diskutiert und auch selber an Ausbildungslehrgängen entwickelt. Die DPRG gilt als eine Art Qulitätssiegel in der Branche. Zuletzt möchte ich euch den Blog von Klaus Eck ans Herz legen, http://www.pr-blogger.de/. Herr Eck befasst sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik "PR", vor allem im Bereich der Online-Kommuniaktion.
Der Marketing-bereich:



Marketing heißt: Etwas auf den Markt bringen. Längst sind wir überhäuft mit unzähligen Angeboten. Wir, die Nachfrager, haben die Macht uns ein Produkt auszusuchen. Dementsprechend muss das Marketing sich intensiv mit dem Markt auseinandersetzen, um 1.) herauszufinden die Kunden wollen, und 2.) mit was für Mittel die Werbung es uns am besten verkaufen kann. Das alles ist ein Prozess (Marketing-Prozess) den ich hier im Einzelnen nicht aufdröseln will, allerdings gebe ich grob (!) die Richtung an.

Wer will Was, Wann, Wie und Wozu?

Wer im Marketing arbeiten will, muss aus Sicht des Kunden denken. Man muss wissen wer sich für ein Produkt interessieren könnte, wer die Abnehmer sind und mit welchen Mitteln man das Produkt am besten verkaufen kann. Das sind nur die Randpunkte, natürlich gibt es noch mehr zu beachten und zu wissen.

Marketing ist ein Schlüsselelement aller Kommunikationsbereiche

Eins aber ist Fakt. Marketing ist der Mittelpunkt (oder sollte es wenigstens sein) einer Betriebsführung. Wer das Marketing erlernt und beherscht, kann wesentlich zum Erfolg seiner Firma beitragen. Und das gilt nicht nur für die Verkaufszahlen, sondern auch für die anderen oben genannten Bereiche. Der Journalist, der die Information so verpacken muss, dass der Leser sie auch liest. Der PR-Berater, der seine Botschaft mit Elementen füllen muss, das sie auch so gehört und verstanden wird. Und der Marketingmensch, der dies alles perfekt beherschen muss, damit seine Firma genug schwarze Zahlen schreibt, sodass diese ihn auch bezahlen kann.

Zu guter Letzt...

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkle bringen. Nochmal, alles gerade oben veröffentlichte ist meine persönliche Meinung, Ansicht der Dinge und Empfehlung. Dritte sind hierfür nicht befragt, noch anders involviert gewesen.

Ich freue mich über jeden Kommentar, Kritik und Follower.

Bis bald, euer BaZa...

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